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30.05.2016, 12:00 Uhr | K. Bertholdes-Sandrock
Verkorstes Mathe-Abitur
Nachbesserungen heilen nichts

„Es ist eine Katastrophe, was da passiert ist“, kommentiert CDU-Landtags-abgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock die mangelhafte Konstruktion der diesjährigen Abiturarbeiten im Fach Mathematik, wenn auch die Auswirkungen an den vielen niedersächsischen Gymnasien unterschiedlich seien.

Lüchow -

Es habe den Schülern bei weitem nicht nur an Zeit gemangelt, sondern die Aufgaben seien auch von der Form her zu einem erheblichen Teil unklar gewesen. Die Aussage der Landesregierung, es habe keine großen Abweichungen von den Vornoten gegeben, bezweifelt die Abgeordnete. „Wenn die Noten angemessen gewesen wären, hätte es keine Notwendigkeit der Korrektur gegeben. Die Landesregierung handelt, weil die riesigen Proteste von Eltern, Lehrern und ihren Verbänden sowie Schülern auf Seiten des Ministeriums letzten Endes als berechtigt empfunden wurden“, stellt Bertholdes-Sandrock fest. Zudem hält sie die Abweichungen der Noten im Abitur im Vergleich zu den Arbeiten aus der Qualifikationsphase mit 1,59 Notenpunkten bei den Kursen auf erhöhtem Niveau und die Verschlechterung von 2,24 Notenpunkten bei den Grundkursen für „gar nicht so wenig“.

Die Landesregierung hatte beschlossen, die erwarteten Schülerleistungen um 12,5% abzusenken. „12,5% bedeuten bessere Noten für die besseren Schüler, für die schwächeren Schüler bringen sie in der Regel gar nichts“, moniert die Abgeordnete. Diesen Sachverhalt bestreitet auch das Ministerium nicht. Wenn für die Kurse auf höherem Niveau ursprünglich maximal 120 Binnenpunkte zu erreichen gewesen wären, so sind es nach Abzug von 12,5% 105 Punkte. Ein guter Schüler, der ursprünglich von 120 Punkten 100 Punkte erreicht hätte, hätte dafür eine 2+ (12 Notenpunkte) bekommen. Nach der Neuberechnung bekommt er dafür sogar eine 1+ (15 Notenpunkte). Der Schüler auf mittlerem Niveau kann sich um einen Notenpunkt verbessern, also z. B. von befriedigend auf eine 3+ (9 Notenpunkte).

Der schwächere Schüler aber, der ursprünglich z. B. mit 41 Binnenpunkten eine 5+ (3 Notenpunkte) erreicht hätte, verbessert sich nach der Neuberechnung überhaupt nicht, bleibt also bei seinen 3 Notenpunkten. „Genau dieser fehlende Punkt aufgrund der vom Kultusministerium vermurksten Aufgaben kann der fehlende Punkt bei der Bewerbung zum Medizinstudium sein“, fürchtet Bertholdes-Sandrock. Sie sieht deshalb auch Klagen auf das Kultusministerium zukommen. Wenn man nämlich die Anforderungen statt um die 12,5% um 13% senkt, hätte der schwächere Schüler schon einen Notenpunkt mehr, d. h. er könnte sich von der für die verkorkste Arbeit erhaltenen 5+ (3 Notenpunkte) auf eine 4- (4 Notenpunkte) verbessern.

„Wir wissen aus Erfahrung, dass viele Schüler, die in den ersten ihrer 6 Schulstunden (300 Minuten), die sie für die Klausur zur Verfügung haben, große Schwierigkeiten haben, deutlich vorzeitig abgeben“, erläutert die Abgeordnete. Sie trauen sich dann an die anderen Aufgaben nicht mehr heran und sitzen nicht etwa bis zur letzten Minute an ihren Arbeiten. Es wäre also interessant zu sehen, wieviele von den schwächeren Schülern ihre Arbeiten vorzeitig abgegeben haben.

„Genau genommen ist das ganze Desaster durch Notenverschiebungen (nach Auswertung von ca. 19.000 der 20.000 Arbeiten) nicht zu heilen“, so Bertholdes-Sandrock. Eigentlich müssten neue angemessene Klausuren geschrieben werden, was aber den gesamten Zeitplan für Bewerbungen, Ferien etc. durcheinanderbringen würde und deshalb nicht möglich ist. „Von daher scheinen Klagen unvermeidbar. Das Vertrauen in das Zentralabitur ist jedenfalls auf Dauer beschädigt“, so Bertholdes-Sandrock.

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