Anfragen an die Landesregierung
Unterstützt die Landesregierung das Wachstumspotenzial am Milchmarkt? (27.08.2014)
Mit dem Auslaufen der Milchquotenregelung im April 2015 gibt es keine Mengenregulierung mehr auf dem deutschen Milchmarkt. Veränderungen sind daher besonders in Niedersachsen als einem der Hauptmilchproduzenten in Deutschland zu erwarten.
Im Rahmen der 66. Tarmstedter Ausstellung sprach der Sprecher der Geschäftsführung des Deutschen Milchkontors, Dr. Josef Schwaiger, zu den Perspektiven der Milchwirtschaft nach Abschaf-fung der Milchquote im kommenden Frühjahr. Dabei verwies er auf eine schnell wachsende Nach-frage, die auf einen Anstieg der zu verarbeitenden Milchmenge in den kommenden Jahren hindeu-te. Er führte das große Potenzial der Exportmärkte an, indem er zum einen auf den steigenden Pro-Kopf-Verbrauch in Asien und zum anderen auf den zunehmenden Nachfrageüberschuss in Schwel-lenländern hinwies. Beide Märkte ermöglichen es den deutschen Milchproduzenten, ihre Produkte auf dem Weltmarkt gewinnbringend vermarkten zu können.
Gleichzeitig verwies Dr. Schwaiger in seinem Vortrag auf die Gunstlage Niedersachsens bei der Milchproduktion. Diese gute Ausgangsposition müsse genutzt werden, um auf dem europäischen und auf dem Weltmarkt erfolgreich zu sein. Vor dem Hintergrund dieses großen Potenzials führte er an, dass Wachstumschancen nicht verpasst werden dürften und Investitionen wichtig seien, um die geforderten Milchverarbeitungskapazitäten ausbauen zu können. Gleichzeitig merkte er an, dass zunächst gelernt werden müsse, mit dem freien Markt umzugehen, dies aber eine „historische Chance“ sei.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung:

1. Was unternimmt die Landesregierung, um weitere Entwicklungen auf dem Milchmarkt zu unterstützen?
2. Wie sieht die Landesregierung die starke Positionierung im Hinblick auf Exportmärkte?
3. Welche Prognosen kennt die Landesregierung zur Entwicklung der Milchmengen in Niedersachsen für die kommenden 15 Jahre?

Antwort der Landesregierung
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die Milchwirtschaft stellt in Niedersachsen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Sie prägt den gesamten ländlichen Raum auf vielfältige Art und Weise. Gerade die Bewirtschaftung von Grünland und hier insbesondere die Weidewirtschaft stellt für immer größere Teile der Gesellschaft das Sinnbild natürlicher Ressourcennutzung und gelebter landwirtschaftlicher Praxis dar.

Mit dem Auslaufen der Milchquotenregelung im April 2015 gibt es vorläufig keine Mengenregulierung mehr auf dem deutschen Milchmarkt. Vor diesem Hintergrund sind auch in Niedersachsen als einem der Hauptmilchproduzenten in Deutschland Veränderungen zu erwarten.

Dieses vorausgeschickt, beantworte ich die Kleine Anfrage namens der Landesregierung wie folgt:

Zu 1:
Die Landesregierung will die Marktstellung aller landwirtschaftlichen Erzeuger und ihrer Marktorga-nisationen stärken. Bei der EU setzt sie sich für ein wirksames Milchmarktmonitoring und eine bessere Mengenbündelung ein.
Aufgrund der großen Milchmengen, die bereits heute in Niedersachsen erzeugt werden und nicht alle hier abgesetzt werden können, kommt parallel dazu dem Bereich der genauen Marktbeobachtung und dem Vorhalten geeigneter Instrumentarien zur Bewältigung von möglichen Marktverwerfungen eine wichtige Rolle zu. Hierfür hat sich die Landesregierung auf Bundes- und EU-Ebene verantwortungsvoll und erfolgreich eingesetzt.
Die Landesregierung setzt sich intensiv für den Erhalt der vornehmlich bäuerlichen Familienbetrie-be ein, die eine eng an die Flächen gebundene Tierhaltung praktizieren. Zunehmend gewinnen in der Gesellschaft Aspekte wie Tierwohl, Gesundheit, Umwelt- und Klimaschutz für die Kaufentscheidung bei Lebensmitteln an Bedeutung. Diese Signale aus der Gesellschaft nehmen wir auf. Wir unterstützen daher Aktivitäten, die die hohen Qualitäten der niedersächsischen Produkte und damit deren Wertschöpfung weiter verbessern. Darüber hinaus wird der Aufbau regionaler Vermarktungsstrukturen weiter vorangetrieben. Niedersachsen fördert daher mit 275 000 Euro das Projekt „Weideland Niedersachsen“ vom Grünlandzentrum und der Georg-August-Universität Göttingen. Ziel ist die Kennzeichnung und Etablierung von Weidemilch aus Niedersachsen im Markt und die damit verbundene Erzielung höherer Preise beim Verbraucher.

Zu 2:
Die Entwicklung auf den Milchmärkten ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Eine verstärkte Exportorientierung großer Teile der Molkereiunternehmen geht mit einer wachsenden Abhängigkeit von der Entwicklung der Nachfrage in den Ländern, in die exportiert werden soll, einher. Hierdurch kann es innerhalb kurzer Zeiträume zu deutlichen Schwankungen bei den Erzeugerpreisen kommen. Die Existenz vieler Betriebe kann somit in ernsthafte Gefahr geraten.
Der Abschluss internationaler Handelsvereinbarungen ist in erster Linie Aufgabe des Bundes. Aus Sicht der Landesregierung ist darauf zu achten, dass Exporte fair sind und nicht zu Nachteilen einer bäuerlichen Landwirtschaft in den Entwicklungsländern führen.

Zu 3:
Die OECD-FAO gehen für die kommenden Jahre für die EU von einer Steigerung der Milcherzeugung von 0,5 bis 1 % pro Jahr aus. Es ist hierbei jedoch zu berücksichtigen, dass es regional große Unterschiede geben kann. Für Niedersachsen sind nach Auffassung von Experten höhere Steige-rungsraten zu erwarten.

Christian Meyer

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